Rechtsanwalt
Fratton · Rainer
Olching

Rechtsanwaltskanzlei
Manfred Fratton
Markus Rainer

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Rechtsanwalt Fratton & Rainer Olching

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Ausführliche Informationen zum Erbrecht

Beachten Sie auch unsere » Vorträge zum Erbrecht

Familienrecht · Erbrecht · Betreuungsrecht · Schrottimmobilien · Arbeitsrecht · Insolvenzrecht · Int. Privatrecht

Eine Beratung im Erbrecht empfiehlt sich insbesondere in folgenden Situationen:

1. Nachlassplanung

Die gesetzlich vorgegebene Erbfolge entspricht oftmals nicht dem, was die Erblasser sich wünschen.

Sie kann erhebliche Tücken aufweisen und zu vollkommen unvorhersehbaren und unerwünschten Ergebnissen führen.

Fallbeispiel:

Frau Färber aus München ist ledig und hat keine Kinder. Ihre beiden Eltern sind bereits verstorben. Als Frau Färber im Jahr 2007 stirbt, leben noch ihre beiden Brüder Jochen und Jonathan in Fürstenfeldbruck sowie die Töchter ihrer Mutter aus erster Ehe, Brigitte und Friederike, die schon vor Jahrzehnten nach Südamerika ausgewandert sind und keinerlei Kontakt mehr zu der Familie hatten.

Frau Färber ging davon aus, dass ihre Brüder in Fürstenfeldbruck ohnehin alles erben würden und hat daher kein Testament gemacht. Daher tritt die gesetzliche Erbfolge ein. Somit erben Jochen und Jonathan jeweils 3/8 und Brigitte und Friederike jeweils 1/8. Da Brigitte und Friederike nur Halbgeschwister der Erblasserin waren und seit Jahrzehnten kein Kontakt mehr bestand, ist davon auszugehen, dass dies nicht dem Willen von Frau Färber entsprach.


Das Erbrecht räumt insbesondere den Kindern und Ehepartnern des Erblassers eine sehr starke Stellung ein. Wenn das Vermögen an andere als diese Personen übertragen werden soll, ist unbedingt die Errichtung eines Testaments oder eines Erbvertrags notwendig. Darüber hinaus besteht ohne testamentarische Regelungen die Gefahr, dass der überlebende Ehegatte dem Zugriff der Kinder auf das Vermögen ausgeliefert ist.

Eine besondere Problemstellung ergibt sich, wenn ein körperlich oder geistig behinderter Mensch, der aufgrund seiner Behinderungen nicht arbeitsfähig ist und deshalb Sozialleistungen erhält, Erbe werden soll, und zugleich verhindert werden soll, dass der Sozialhilfeträger auf das ererbte Vermögen zugreifen kann ("Behindertentestament").

Bei Unternehmern ist darauf zu achten, dass die vorhandenen Unternehmen bzw. Gesellschaften einerseits erhalten bleiben und andererseits Ehegatte und Kinder das ihnen zustehende erhalten ("Unternehmertestament"). Dabei sollten auch steuerliche Gestaltungsmöglichkeiten in die Überlegungen mit einbezogen werden.

In all diesen Fällen kann eine auf die individuellen Bedürfnisse abgestimmte Rechtsnachfolge nur durch die Errichtung eines Testaments oder durch den Abschluss eines Erbvertrages erreicht werden. Die Beratung in unserer Rechtsanwaltskanzlei ist auf Ihre persönlichen Bedürfnisse abgestimmt. Ein schematisches Vorgehen verbietet sich im Erbrecht vollständig.

Aufgrund der außerordentlich komplizierten Rechtslage im Erbrecht kann nur davon abgeraten werden, ohne Beratung durch einen Rechtsanwalt ein Testament zu errichten. Erfahrungsgemäß sind solche Testamente ungenau oder gar in sich widersprüchlich, so dass Streitigkeiten unter den Angehörigen des Erblassers geradezu heraufbeschworen werden.

Wer über ein größeres Vermögen verfügt und keine Angehörigen oder sonstige nahestehenden Personen hat, denen er es vermachen will, sollte auch über die Errichtung einer Stiftung nachdenken. Der Gesetzgeber hat in den letzten Jahren die Voraussetzungen für die Errichtung von Stiftungen durch Privatleute erheblich vereinfacht. Rechtsanwalt Rainer (Fachanwalt für Erbrecht) berät sie umfassend über die rechtlichen Gestaltungsmöglichkeiten bei der Errichtung einer Stiftung.

>>> Eine Checkliste zur Errichtung von Testamenten finden Sie hier.
>>>
Nähere Informationen zur Errichtung einer Stiftung finden Sie hier.


2. Beratung nach dem Erbfall

a) Auslegung des Testaments

Viele ohne Beratung durch einen Rechtsanwalt errichtete Testamente sind unvollständig oder unklar und bedürfen daher der Auslegung. Wir beraten Sie umfassend und setzen Ihre Ansprüche, sofern dies nötig ist, auch gerichtlich durch.

b) Testamentsvollstreckung

Viele Menschen, die ihre Vermögensnachfolge nach dem Tod regeln wollen, befürchten, dass die Erben die Auflagen und Bedingungen, die sie in das Testament hinein geschrieben haben, nicht erfüllen werden. In diesem Fall empfiehlt es sich, einen Testamentsvollstrecker einzusetzen. Dieser überwacht die Durchführung aller Verfügungen, die in dem Testament oder dem Erbvertrag getroffen wurden.
Ein Testamentsvollstrecker sollte eine unabhängige Person sein. Oftmals bieten Banken ihren Kunden an, die Testamentsvollstreckung zu übernehmen. Davor kann nur gewarnt werden, denn es liegt auf der Hand, dass es das überwiegende Interesse einer Bank ist, im Rahmen der Verwaltung des Vermögens des Verstorbenen vorwiegende ihre eigenen Produkte (Aktienfonds, Immobilienfonds etc.) zu verkaufen. Der Testamentsvollstrecker sollte aber ausschließlich dem Willen des Erblassers zur Durchsetzung verhelfen.

Rechtsanwalt Rainer (Fachanwalt für Erbrecht) und Rechtsanwalt Fratton stehen Ihnen als Testamentsvollstrecker gerne zur Verfügung.

c) Erbengemeinschaft

Alle Erben bilden zusammen eine Erbengemeinschaft. Dies bedeutet, dass die Erben in Bezug auf den gesamten Nachlass nur gemeinschaftlich handeln können.

Fallbeispiel:

Herr Schober ist Witwer und Eigentümer eines noch unbebauten Grundstücks in München im Wert von € 300.000,00. Er hat zwei Söhne, Alfons und Berthold. Berthold wiederum hat drei Töchter, Maria, Martina und Magdalena. Berthold stirbt im Jahr 2006. Herr Schober stirbt im Jahr 2007. Er hat kein Testament verfasst. Daher tritt die gesetzliche Erbfolge ein. Herr Schober wird somit von Alfons zur Hälfte und von Maria, Martina und Magdalena zu je 1/6 beerbt. Alfons, Maria und Martina wollen das Grundstück bebauen, um es dann gewinnbringend verkaufen zu können. Magdalena möchte das Grundstück weder bebauen noch verkaufen. Da alle vier eine Erbengemeinschaft bilden, können Alfons, Maria und Martina das Grundstück  gegen den Willen von Magdalena weder bebauen noch verkaufen, auch wenn sie zusammen die Mehrheit der Anteile an der Erbengemeinschaft besitzen. Das Grundstück kann somit faktisch nicht verwertet werden.


Da Erbengemeinschaften oft zu langwierigen Abstimmungsprozessen und damit Streitigkeiten führen, empfiehlt es sich, den Rat durch einen Rechtsanwalt einzuholen, wenn man zum Mitglied einer solchen Erbengemeinschaft wird. Wir beraten Sie auch bei der Auseinandersetzung einer solchen Erbengemeinschaft.

d) Pflichtteil und Enterbung

Kinder und Ehegatte des Erblassers sowie unter Umständen auch dessen Eltern und Enkel haben, wenn sie im Testament nicht bedacht, also enterbt worden sind, den Anspruch auf den Pflichtteil. Dieser Anspruch auf den Pflichtteil richtet sich gegen diejenigen, die Erben geworden sind. In der Praxis ist es oft nicht einfach, die Höhe des Pflichtteils und seinen Wert zu ermitteln.
Darüber hinaus haben die Pflichtteilsberechtigten einen Pflichtteilsergänzungsanspruch gegen die Erben. Dies bedeutet, dass für die Berechnung des Pflichtteils auch diejenigen Schenkungen des Erblassers herangezogen werden, die dieser in den letzten 10 Jahren vor seinem Tod gemacht hat. Schenkungen, die der Erblasser an seinen Ehepartner gemacht hat, werden sogar ohne diese zeitliche Schranke berücksichtigt.

Fallbeispiel:

Herr und Frau Müller aus München sind seit 1970 verheiratet. Herr Müller ist Eigentümer eines Einfamilienhauses in Fürstenfeldbruck, das er im Jahr 1980 auf seine Ehefrau überschreibt. Das Haus ist € 400.000,- wert. Sie  haben 2 Kinder. Außer dem Haus ist kein nennenswertes Vermögen vorhanden.

Im Jahr 2003 verfasst Herr Müller ein Testament mit folgendem Inhalt:

„Meinen gesamten Besitz vermache ich meiner Ehefrau.“

Herr Müller stirbt im Jahr 2007.

Aufgrund des Testaments sind die 2 Kinder enterbt. Sie haben daher einen Pflichtteilsanspruch in Höhe von jeweils 1/8 gegen Frau Müller. Da Herr Müller zum Zeitpunkt seines Todes nicht mehr Eigentümer des Hauses war und ansonsten kein nennenswertes Vermögen vorhanden ist, läuft dieser Anspruch jedoch ins Leere. Allerdings haben die Kinder jeweils auch einen Pflichtteilsergänzungsanspruch in Höhe von 1/8. Dieser richtet sich nach dem Wert des von Herrn Müller an seine Ehefrau verschenkten Hauses in Fürstenfeldbruck. Jedes Kind hat also gegen Frau Müller einen Anspruch auf Zahlung von € 50.000,-.

e) Annahme und Ausschlagung der Erbschaft - Haftung der Erben

Wer durch Testament, Erbvertrag oder gesetzliche Erbfolge Erbe wird, hat die Möglichkeit, das Erbe innerhalb von 6 Wochen nach dem Erbfall auszuschlagen. Tut er dies nicht, bleibt er unwiderruflich Erbe. Dies kann ausgesprochen nachteilig sein, wenn sich später herausstellt, dass der Nachlass mit erheblichen Schulden belastet war, denn der Erbe haftet mit seinem gesamten Vermögen für die Schulden des Nachlasses.

Fallbeispiel:

Frau Gruber aus München erhält vom zuständigen Nachlassgericht die Mitteilung, dass ihr Onkel Otto aus Hamburg sie in seinem Testament zur Alleinerbin eingesetzt hat. Da Frau Gruber weiß, dass Herr Otto Eigentümer eines Hauses in München im Wert von € 350.000,00 ist, erklärt sie spontan und ohne Vorbehalt die Annahme der Erbschaft. Nach zwei Monaten melden sich bei Frau Gruber zwei ausländische Banken, die Herrn Otto Kredite über insgesamt € 500.000,00 gewährt hatten, und fordern von Frau Gruber die Bezahlung der Darlehensraten.

Da Frau Gruber die Erbschaft bereits angenommen hat, muss sie die € 500.000,00 vollständig bezahlen.


Es gibt verschiedene Möglichkeiten, diese Haftung des Erben zu verhindern. Rechtsanwalt Rainer (Fachanwalt für Erbrecht) berät Sie umfassend über diese Möglichkeiten.

f) Erbschein

Derjenige, der einen Erbschein hat, kann über das Vermögen des Verstorbenen sehr weitgehend verfügen. Dies kann zum Problem werden, wenn ein nur vermeintlicher Erbe mit seinem Erbschein bereits auf das Vermögen des Erblassers zugegriffen hat und sich später herausstellt, dass tatsächlich jemand anderer Erbe geworden ist.

Fallbeispiel:

Herr Huber ist Eigentümer einer Briefmarkensammlung im Wert von € 100.000,00. Im Jahr 2001 verfasst er ein Testament mit folgendem Wortlaut:

„Meine Briefmarkensammlung vermache ich meiner Nichte Stefanie Müller in Fürstenfeldbruck.“

Im Jahr 2004 verfasst Herr Huber ein weiteres Testament, in dem steht:

„Hiermit widerrufe ich mein Testament von 2001. Meine Briefmarkensammlung soll nunmehr mein Freund Fritz Meier in München erhalten.“

Herr Huber stirbt im Jahr 2005. Herr Meier beantragt daraufhin beim zuständigen Nachlassgericht in Fürstenfeldbruck einen Erbschein, der ihn als Alleinerbe ausweist. Unter Vorlage dieses Erbscheins verkauft Herr Huber die Briefmarkensammlung an einen Briefmarkenhändler und gibt das Geld innerhalb weniger Monate vollständig für teure Reisen und im Spielcasino aus.

Stefanie Müller hält das zweite Testament für unwirksam und klagt gegen Herrn Huber. Tatsächlich stellt das Landgericht München im Jahr 2007 fest, dass das zweite Testament unwirksam war, da Herr Huber zu dem Zeitpunkt, in dem er es niedergeschrieben hat, an einer fortgeschrittenen Alzheimer-Erkrankung litt und daher testierunfähig war.

Da Herr Meier allerdings mittlerweile das gesamte Geld ausgegeben hat und auch ansonsten mittellos ist, kann Frau Müller von diesem Urteil nicht mehr profitieren. Ihr Anspruch ist faktisch wertlos.


Es kann sinnvoll sein, einen Erbschein, den man für unrichtig hält, aus der Welt zu schaffen.

Rechtsanwalt Rainer (Fachanwalt für Erbrecht) berät und vertritt sie umfassend im Erbscheinsverfahren.

g) Erbfälle mit Auslandsbezug

Bei Erbfällen mit Auslandsbezug besteht oft die Schwierigkeit, festzustellen, welche Rechtsordnung auf den jeweiligen Fall anzuwenden ist.

Fallbeispiel:

Frau Gruber aus München ist verwitwet und lebt mit ihrem Lebensgefährten, Herrn Meier, zusammen. Aus der ersten Ehe hat sie zwei Kinder, Karl und Kuno. Ihr Vermögen besteht im wesentlichen aus einer Eigentumswohnung in Fürstenfeldbruck, einem unbebauten Grundstück in Olching und einem Ferienbungalow in der französischen Provence.

Während einer Kreuzfahrt, die sie von Hamburg aus mit einem Schiff unternimmt, das unter italienischer Flagge fährt, macht sie in spanischen Hoheitsgewässern folgendes Testament:

„Hiermit setze ich Herrn Meier zu meinem Alleinerben ein. Mein Haus in der Provence soll mein Sohn Kuno erhalten.“

Als Frau Gruber kurz darauf in Deutschland stirbt, stellen sich hinsichtlich des Testamentes mehrere Fragen:

1.Nach welchem Recht wird Frau Gruber beerbt? Der Erbfall weist Berührungen mit dem deutschen, französischen, italienischen und spanischen Recht auf.
2.Ist das Testament wirksam bzw. welche Formvorschriften welchen Landes sind auf das Testament anzuwenden?
3.Was gilt hinsichtlich des in Frankreich gelegenen Hauses?


Rechtsanwalt Rainer (Fachanwalt für Erbrecht) berät Sie, welches Erbrecht anwendbar ist. Zur Abwicklung von Erbfällen im Ausland arbeiten wir mit erfahrenen ausländischen Rechtsanwälten und Maklern zusammen.

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